Trends 2030 – Systemerhalter Mittelstand?

23.03.2017 , 19:30 Uhr

NV Forum der NÖ Versicherung
3100 St. Pölten, Neue Herrengasse 10

Am 23. März diskutierten im NV Forum der NÖ Versicherung in St. Pölten MMag. Agnes Streissler-Führer (GPA-djp Bundesgeschäftsführung), O. Univ. Prof. Mag. Dr. Christoph Badelt (WIFO), Börries Hornemann, MA (Initiative Grundeinkommen Schweiz) und Mag. Hanno Lorenz (Agenda Austria) unter Moderation von Judith Weissenböck über die Wirksamkeit und Belastbarkeit des Umverteilungssystems in Österreich. Walter Steindl von der Emmaus-Gemeinschaft brachte einen praktischen Einblick in seine Arbeit mit Menschen, die durch das System nicht aufgefangen werden konnten.

Gleich vorweg: Eindeutige Antworten brachte die vergangene Ausgabe der „Trends 2030“ keine. Denn die Fragen, was die Umverteilung heute welchen Zielgruppen tatsächlich bringt, ob sie die digitale Revolution überstehen wird und an welchen Schrauben wir schon heute drehen sollten, sahen die Expertin und die Experten am Podium durchaus unterschiedlich. Was übrig blieb: Viele Impulse, einige neue Ideen und der klare Auftrag auch für das Alois Mock Institut, an diesem Thema dran zu bleiben.

Bis 2030 wird unser Sozialsystem auf Basis der Umverteilung noch durchhalten – glaubt man dem Podium der „Trends 2030 – Systemerhalter Mittelstand?“ Ende März im NV Forum der NÖ Versicherung in St. Pölten. Ob es danach kritisch werden könnte für unseren Sozialstaat und vor allem warum – das war schon der erste inhaltliche Knackpunkt der hitzigen und kontroversiellen Diskussion: Die einen sehen durch die Digitalisierung dringenden Handlungsbedarf, weil damit ohnehin das gesamte Wirtschaftssystem auf den Kopf gestellt werden wird. Die anderen meinen, die Stabilität des Wirtschaftssystems müsse nur durch enstprechende Rahmenbedingungen und Regeln erhalten werden – dann hält auch die Umverteilung. Und dann gab es noch den Aufruf zum generellen Umdenken: Wenn wir sehen, dass die Umverteilung der Ungleichheit nicht wirklich Herr wird, wäre es an der Zeit, neue Wege für eine gerechtere Verteilung von Geld und Chancen von vornherein zu gehen – um so die Umverteilung als Rettung im Nachhinein obsolet werden zu lassen. Ein spannender Einstieg in eine Diskussion zwischen Systembewahrung und Revolutionsgedanken, zwischen Ideologien und Fakten, zwischen alten Forderungen und neuen Ideen für den Sozialstaat der Zukunft.

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