Salongespräch: Grenzen überwinden – 30 Jahre, nachdem der Vorhang fiel.

17.06.2019 , 17:00 Uhr

Wachauarena Melk
3390 Melk, Rollfährestraße

Salongespräch mit anschließender Einladung zu ersten Einblicken in das Festspielstück „Babylon“

Utl.: Brückenschlag von der Vergangenheit in die Zukunft Europas vor der Kulisse der Melker Sommerspiele beim Salongespräch des Alois Mock Instituts.

Vor 30 Jahren fiel der Eiserne Vorhang, Österreich schickte im selben Jahr sein Beitrittsansuchen an die Europäische Gemeinschaft. Beide Anlässe sind untrennbar mit Alois Mock verbunden, genau wie die positive EU-Abstimmung fünf Jahre später. Aus diesen Anlässen stellte das Alois Mock Institut beim diesjährigen Salongespräch in der Wachauarena Melk die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die Geschichte Europas erfolgreich weiterschreiben lässt. Antworten gab ein prominent besetztes Podium: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner diskutierte unter Moderation von Gerald Groß mit profil-Redakteur Otmar Lahodynsky, Präsident der „Vereinigung Europäischer Journalisten“ und Historiker Stefan Karner. Abgerundet wurde der Abend durch hautnah erzählte Anekdoten von vier Zeitzeugen, die nicht nur hinter die Kulissen historischer Ereignisse blicken ließen, sondern auch das Andenken an „Mr. Europa“ Alois Mock hochhielten.

„Die nähere Geschichte bestimmt unser Leben maßgeblich Es ist heute mehr denn je notwendig, diese Geschichte lebendig zu halten“, leitet Wolfgang Sobotka, Präsident des Alois Mock Instituts, den spannenden Abend ein. Am Podium betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, wie wichtig es war, die Entwicklung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aktiv zu gestalten: „Eine Skepsis war da, keiner wusste wie es werden wird, da hieß es in die Offensive gehen. Wir haben in Niederösterreich mit vielen Projekten Vertrauen geschaffen und Beispiele, die zeigten: Wir profitieren vom Miteinander. Das ist Basis für eine gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit bis heute – denn alles Große entsteht letztlich im Kleinen.“ Otmar Lahodynsky, Präsident der „Vereinigung Europäischer Journalisten“, war zum Zeitpunkt des Falles gerade als Journalist für „Die Presse“ in Brüssel. Er ruft dazu auf, wieder zu einem Gemeinschaftsgefühl zurückzufinden: „Ich fürchte, dass derzeit nur wenige Politiker das gesamteuropäische im Auge haben, die großen Europäer wie früher gibt es nicht mehr und damit ist uns das Gemeinschaftsgefühl abhandengekommen.“ Historiker Stefan Karner wünscht sich vor allem mehr Offensive: „Die Offensive braucht in letzter Zeit eine Neubelebung, Wien ist hier ein Zentrum, von dem aus wir weiter Brücken bauen müssen – ob in Politik, Wissenschaft oder Gesellschaft. Wir müssen es einfach nur tun.“

Im Anschluss an das Gespräch tauschen vier namhafte Zeitzeugen Erinnerungen an die Zeit um 1989 aus: Nationalratspräsident a.D. Andreas Khol, der heutige Flughafen-Vorstand Günther Ofner, Landesrat Martin Eichtinger, sowie die beiden ehemaligen Mock-Sprecher Gerhard Ziegler und Herbert Vytiska haben Alois Mock in den bewegten Jahren in unterschiedlichen Funktionen eng begleitet.  „Es ist ja nicht vom Himmel gefallen, dass Alois Mock als Österreicher den Schritt des Falles begonnen hat, das war jahrzehntelange Vorarbeit“, erzählte etwa Khol. Ofner erlebte auch, wo Alois Mocks Einsatz lange nach seiner aktiven Zeit noch nachwirkte: „Gerade was Kontakte zum Balkan betraf, war Alois Mock der Zauberschlüssel – man musste nur seinen Namen erwähnen“. Martin Eichtinger erinnert sich an Alois Mock als geradlinigen und angenehmen Chef: „Er war prinzipientreu, sein Kurs war immer kerzengerade – und gegenüber seinen Mitarbeitern war er immer interessiert und herzlich“. Gerhard Ziegler betonte Mocks Gespür: „Mock war ein Mensch mit einem tiefen Gefühl für den Lauf der Geschichte, er hat eine große Verantwortung gespürt zu einem Zeitpunkt, wo das für Europa ganz wichtig war.“ Herbert Vytiska weckt mit ersten Einblicken die Neugier auf das Buch „Grenzen überwinden“, das das Alois Mock Institut im November 2019 veröffentlichen wird: An die 70 Zeitzeugen der Politik Alois Mocks von den 60er Jahren bis 1994 hat Vytiska dafür interviewt. „Ich habe in den rund 300 Stunden, die ich Interviews geführt habe, den Atem der Geschichte gespürt. Es sind viele spannende Geschichten dabei, die einen Gefühl dafür vermitteln, was die Zukunft alles der Vergangenheit verdankt“, so der Autor.

Im Gespräch:

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Historiker Stefan Karner und Journalist Otmar Lahodynsky, außerdem: Zeitzeugen berichten – Erzählungen rund um den Fall des Eisernen Vorhangs

Das Programm können Sie hier herunterladen.

Das traditionelle Salongespräch des Alois Mock Instituts vor der außergewöhnlichen Kulisse der Melker Sommerspiele ist deshalb in diesem Jahr zugleich Festakt und Feierstunde. Ausgehend von den historischen Ereignissen, allesamt in enger Verbindung mit Alois Mock, sind Anlass zur Rückschau und Ausgangspunkt für inspirierende Gespräche über die Frage, wie es uns heute gelingen kann, die europäische Geschichte erfolgreich weiterzuschreiben.

 

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