Lebens Langes Lernen – Auftaktveranstaltung zur Langen Nacht der Weiterbildung

20.11.2017 , 19:00 Uhr

New Design University
3100 St. Pölten , Mariazellerstraße 97a

Lebenslanges Lernen: Wie lange reichen heute Wissen und Information in der Weiterbildung aus? Utl.: Wieder einmal lud das Alois Mock Institut diesmal in Kooperation mit dem Land NÖ zu den „Trends 2030“ zum Thema „Lebenslanges Lernen“ ExpertInnen ein, um über Zukunftsaussichten zu diskutieren. Was motiviert uns? Welche Modelle machen Sinn? Welche Anforderungen gibt es heutzutage im Job?

Schulbildung vorbei, lernen vorbei? So wie sich das viele Kinder vielleicht vorstellen, läuft das Leben und vor allem das Berufsleben schon lange nicht mehr. Wer sich weiterbildet, hat bessere Chancen im Job und kann sich beruflich auch leichter verändern. Außerdem zwingen einen äußere Umstände, wie etwa die Digitalisierung, ohnehin nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Umlernen. Doch welche Modelle und Anforderungen braucht es, um ein lebenslanges Lernen möglich zu machen und Menschen dazu zu motivieren?

KommR Gottfried Wieland, Kurator WIFI NÖ, freute sich bei der Veranstaltung eingangs über sehr viele interessierte Gäste die den Weg ins Auditorium der NDU – New Design University St. Pölten  gefunden haben, sowie die „hochkarätige Diskussionsrunde“. „Wir merken hier in unserem Gebäude, dass Bildung, Ausbildung, Weiterbildung und akademische Bildung in einem Haus immer mehr zusammenfließen. Ich als WIFI Kurator und alle unsere Trainerinnen und Trainer sind vorbereitet für die Zukunft und wollen gemeinsam mit unseren Fachgruppen und Innungen das Bestmögliche für die Bildung, Ausbildung und Weiterbildung zur Verfügung stellen“, sagt Wieland.

„Bildung heißt, nicht ein leeres Gefäß zu befüllen, sondern ein Feuer zu entfachen.“ Mit diesem Zitat begann Landesrat Karl Wilfing seine Rede.  „Das ist auch der Grund, warum wir uns gerade in der Erwachsenenbildung damit beschäftigen dieses Feuer zu entfachen und das war mit ein Grund, warum wir heuer eine ’Woche der Weiterbildung` ins Leben gerufen haben, um eben einerseits bekannt zu machen, was es alles schon gibt und aber auch Bewusstsein zu schaffen, dass es noch viel mehr braucht“, so Wilfing. Man würde sich mit vielen Fragen dabei auseinandersetzen. Die Frage der neuen Kommunikationsmittel, die Frage der Regionalisierung oder auch die Frage der älterwerdenden Gesellschaft. Alle sollen, ob in der Stadt oder am Land die gleichen Chancen auf Bildung haben, sagt Wilfing.

Dr. Andreas Salcher beschreibt ein eher lustig gemeintes Beispiel mit ernstem Hintergrund. Denn es würden Omas, Opas, Papas und Mamas eh schon lebenslanges Lernen praktizieren – mit dem Kind. Würde er alles zum Thema auf einen Satz für ein Plakat zusammenfassen müssen, wäre es dieser: „Die Welt der Zukunft teilt sich in die Lerner und in die Nicht-Lerner.“ So müssten sich Unternehmen, aber auch Nationen entscheiden, zu welcher Gruppe sie gehören möchten. Österreich sei noch weit davon entfernt eine lernende Nation zu sein, so Salcher

Beim Thema Digitalisierung und ob die Auswirkungen vermehrt negativ oder positiv sein werden, gehen die Meinungen der Diskutanten auseinander. Hirnforscher Dr. Bernd Hufnagl beschäftigt sich mit Erwachsenenbildung. „Wenn man versteht, was da dahinter steckt hinter Digitalisierung, Beschleunigung, ständiges Multitasking, permanente Ablenkung – über E-Learning Systeme vielleicht sogar noch beschleunigt … dann wissen wir, worauf wir zusätzlich achten müssen.“

Mag. (FH) Stefan Schmid, BEd, ist Leiter der Virtuellen Pädagogischen Hochschule und sieht in der Digitalisierung große Chancen. Massive Open Online Courses, wo hunderttausende Menschen in einem Kurs drinnen sind, würden zwar auch dazu genutzt werden, Bildung billiger zu machen, aber diese virtuellen Lernräume würden auch die Chance geben, so Schmid, Grenzen zu überwinden. „Wenn wir an der virtuellen pädagogischen Hochschule Leute aus den verschiedensten Bundesländern haben, können sich Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit einem Problem, das sie in der Praxis betrifft, beschäftigen, damit das Lehren an der Schule verbessert werden kann. Also ich sehe das eher positiv.“

Den WN-TV Bericht des Abends finden Sie hier: http://www.wntv.at/page/video/MTY5ODA2