Trends 2030 – Das Gewissen der Digitalisierung

27.06.2017 , 19:00 Uhr

NOVOMATIC FORUM
1010 Wien, Friedrichstrasse 7

Das Gewissen der Digitalisierung: Verantwortlich bleibt der Mensch

 Unter dem Titel „Das Gewissen der Digitalisierung“ diskutierten bei der Podiumsrunde der Reihe „Trends 20.30“ des Alois Mock Instituts am 27. Juni 2017 im Novomatic Forum in Wien Rechtsanwalt Dr. Andreas Eustacchio, Kommunikationsprofi und Autor Rudolf Klausnitzer, Unternehmer und Innovator Markus Kreisel und  Dr. Monika Poeckh-Racek von den Admiral Casinos über die ethischen Grenzen der Digitalisierung und über die weitreichenden Veränderungen durch digitale Begleiter.

Die Videobotschaft des „Cyborgs“ Neil Harbisson, der mit einer Antenne im Schädel sein Wahrnehmungs-spektrum digital erweitert, zeigte als-skurrile Spielform des digitalen Wandels auf, wie weit die neuen ethischen Fragen reichen.

Roboter als Kollegen, Implantate zur Erweiterung der Sinne, selbstfahrende Autos, Algorithmen als Unternehmer, absolute Berechenbarkeit durch Big Data: Rein technisch gesehen scheint der digitale Wandel uns in eine Welt der unbegrenzten Möglichkeiten zu führen. Doch wer entscheidet, was davon gut und richtig ist? „Die Digitalisierung soll uns ER-, nicht ENTmächtigen“, hält Monika Poeckh-Racek fest. Wo das eine beginnt und das andere endet, ist nicht immer eindeutig oder gar pauschal zu beurteilen – weder persönlich, noch was die gesetzlichen Rahmenbedingungen betrifft. „Wir müssen jedenfalls darauf achten, dass wir Weltmeister der Innovation und nicht der Regulation werden- und darauf vertrauen, dass Menschen adaptive Wesen sind, die mit den Veränderungen zurecht kommen werden,“ sagt dazu Rudolf Klausnitzer. Einen neuen rechtlichen Rahmen und gesellschaftlichen Konsens brauche es aber. „Gerade dort, wo nicht mehr der einzelne situativ entscheidet, sondern ein System dahintersteht –  wie etwa bei selbstfahrenden Autos –  müssen wir etwa in Haftungsfragen umdenken“, weiß Andreas Eustacchio. Der Faktor Mensch wird jedenfalls weiterhin eine Rolle spielen: Denn jedes System und jede Spielform der Digitalisierung kann sinnvoll genutzt oder missbraucht werden. Und auch, wenn digitale Produkte oft damit werben: Die absolute Sicherheit gibt es nicht – weder beim Menschen, noch bei der Maschine.

„Viele Innovationen, die wir gestern nicht für möglich gehalten haben, sind heute bereits  Realität. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir uns darauf vorbereiten. Ein Beitrag dazu soll diese Diskussion unserer Reihe Trends 20.30 sein, in der wir regelmäßig bewusst ganz verschiedene Perspektiven auf Zukunftsthemen einem breiten Publikum vorstellen “, betont der Präsident des Alois Mock Instituts Wolfgang Sobotka.

Übrigens: Konkurrenz durch Maschinen auf den Podien künftiger Diskussions-veranstaltungen wie dieser muss die Menschheit sich nicht fürchten: „Maschinen haben nämlich keine Lust, Dinge zu besprechen“, beendet Rudolf Klausnitzer den spannenden Diskussionsabend mit einem Augenzwinkern.

Einladung_Trends2030_Das Gewissen der Digitalisierung